Allgemeines Wissen 
zum Thema Image

Image: Das subjektiv gewertete Bild der Wirklichkeit

"Image" steht für die bedeutungsgeladene Ganzheit der Wahrnehmungen, Vorstellungen, Ideen und Gefühle, die Menschen von anderen Menschen, von einer Institution oder von irgendeiner Sache besitzen. Zugleich bezeichnet dies das subjektiv gewertete Vorstellungs-Bild der Wirklichkeit, das zeigt wie jemand oder etwas von anderen gesehen, beurteilt und gedeutet wird.

Bedeutung / Auswirkungen

Auf dieser Deutung und Beurteilung (bzw. allein auf der reinen Vorstellung) basieren alle Handlungen (z.B. Kundenverhalten), Entscheidungen (z.B. Kaufentscheidung) und Wertschätzungen (Bereitschaft, einen bestimmten, ggf. höheren Preis zu zahlen) sowie der jeweilige Status (gesellschaftliches Ansehen, Ansehen bei Kunden und Einschätzung von Qualität und Wertigkeit).

Theoretischer Hintergrund

Vorläufer des heute in der Marktpsychologie verwendeten Imagekonzepts ist Sigmund Freuds Begriff des "Imago", Walter Lippmans "Bilder in unserem Kopf" (images in our head) und Carl G. Jungs Erweiterung des Imago-Begriffs. Im heutigen Sinne, in dem "Image" zu einem der Schlüsselbegriffe der Marktpsychologie geworden ist, wurde der Begriff in der Psychologie 1955 von B. Gardner und S. Levy eingeführt und unter dem Aspekt der sozialen Wahrnehmung (social perception) in der Sozialpsychologie von Kenneth Boulding verwendet. Heinz E. Wolf führte in den 1960er Jahren eine weitere terminologische Differenzierung ein, indem er zwischen Gegenstandsbildern und Vorstellungsbildern differenzierte. 
 

Leitsatz der Marktpsychologie & Image-Psychologie

Einer der wichtigsten Leitsätze der Marktpsychologie lautet: "Nicht die objektive Beschaffenheit einer Ware ist die Realität, sondern einzig die Verbrauchervorstellung und das Verbrauchererlebnis, d.h. das anschaulich Angetroffene.". Einer der wichtigsten Leitsätze der Image- und Wahrnehmungspsychologie lautet: "Wir sehen nicht das, was da ist, sondern das, was wir sehen wollen." oder "Die Realität ist das, wofür wir sie halten." Einer der interessantesten Leitsätze der Selbstvermarktung stammt von Paul Arden (1940 - 2008) (Executive Creative Director bei Saatchi & Saatchi) und lautet: "Es kommt nicht darauf an, wer Du bist, sondern wer Du sein willst."

Image: Erfolg ohne Werbung

Werbung ist der systematische Versuch der Verhaltensbeeinflussung mittels besonderer Kommunikationsmittel. Ziel der Imageberatung und des Image-Engineerings ist es hingegen, Meinungen bzw. Einstellungen zu beeinflussen, die hinter dem Verhalten stehen (= Verhaltensdisposition). Dies wirkt sich wiederum auf das Verhalten (z.B. das Kaufverhalten) aus. Ein Mittelding aus beidem ist Image-Werbung. Image-Werbung setzt nicht auf Argumente, sondern auf Vorstellungen, die sich Menschen mit Hilfe ihrer Vorstellungskraft (= Phantasie) machen.

Image & Image-Management: Bedeutend für den Erfolg

Die Wissenschaften der Psychologie und Soziologie erkennen das Image als wesentlich bedeutsam für den persönlichen oder gesellschaftlichen (sozialen) Erfolg. Marketing und Marktforschung sehen das Image als Einflussfaktor bei Kaufentscheidungen.


Das Image spielt eine bedeutende Rolle für die Erreichung von Anerkennung und Wertschätzung und stellt einen entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit dar. Dies ist zugleich der Grund, warum Menschen, bestimmte Personengruppen, Unternehmen und Institutionen in der Regel intensive Imagepflege betreiben. Das Spektrum der Imagearbeit ist dabei sehr vielseitig. Es reicht von Image-Engineering über Image-Kommunikation, Image-PR, Image-Werbung, Image-Marketing und Image-Web-Konzepten bis hin zum Social Media- und Reputations-Management.

Imageberatung

Wir haben eine bestimmte Vorstellung von anderen und andere haben eine ganz bestimmte Vorstellung von uns. Diese Vorstellung ist nach psychologischer und neurowissenschaftlicher Erkenntnis die Basis aller Einschätzungen, Beurteilungen
und Entscheidungen, ebenso die Basis und Ursache aller Fehleinschätzungen, Fehlbeurteilungen und Fehlentscheidungen. Leider stimmen Vorstellung und Wirklichkeit nicht immer überein.

Dies ist zugleich eine ganz wesentliche Ursache für eventuelle Probleme und/oder nicht ausgeschöpfte Potenziale, Chancen und Möglichkeiten. Es ist sinnvoll, Vorstellung und Realität so in Einklang zu bringen, dass es passt. Professionelle Imageberatung übernimmt diese Aufgabe. Professionelle Imageberatung ist angewandte Wahrnehmungs- und Kommunikationspsychologie in Verbindung mit Markt- und Wirtschaftspsychologie sowie den Erkenntnissen der Gehirnforschung bzw. der modernen Neurowissenschaften. Mehr

Image-Engineering

Ein besonderer Bereich der Imageberatung ist das Image-Engineering, in dem es darum geht, ein ganz bestimmtes Image zu erzeugen bzw. zu konstruieren oder aber zu vermeiden 


Gutes Image - schlechtes Image: Das Gesetz der Anziehung

Oft fragt man nach einem "guten" oder einem "schlechten" Image. Dabei geht es in der Imageberatung gar nicht um "gut" oder "schlecht", sondern lediglich darum, dass das Image zielführend ist. Auch ein Image, in dem unschöne Vorstellungsbilder geweckt werden (z.B. bestimmte Discounter) kann trotz Negativa (lange Schlange an der Kasse, unschöne Ausstattung) durchaus zielführend sein (trotzdem viele Kunden) z.B. wenn der Schwerpunkt Kunden-Typus von seiner Persönlichkeit genau darauf anspricht (z.B. devot, sparsam, sparen, einfach, anspruchslos). Insofern wirkt hier das Gesetz der Anziehung, das u.a. besagt "Gleiches zieht Gleiches an". Folglich beeinflusst die Art des Images zugleich den Kunden-Typ und das Kunden-Verhalten (z.B. schnell oder langsam, drängeln oder sozialkompetent, gepflegt oder ungepflegt, sparsam oder spendabel, anonym oder kommunikativ usw.)

Auch geht es in der Imageberatung nicht nur - wie viele meinen - darum, einen etwaigen Imageschaden zu vermeiden: Ein entsprechendes Image kann sogar Werbung ersetzen. So können Personen, Unternehmen, Organisationen und Objekte, die sich ein positives Image erarbeiten oder sich einen Kult-Status erworben haben, sogar ganz ohne Werbung auskommen.

Differenzierung

Man unterscheidet z.B. zwischen Markenimage (brand image), Firmenimage (corporate image), Branchenimage, Produktimage (generic image) und Produktgruppenimage, Personalimage und Kundenimage, Personenimage/Persönliches Image, ebenso zwischen Selbst- und Fremdimage.

Firmenimage: Basis unternehmerischen Handelns

Die Identität des eigenen Unternehmens seinen Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern adäquat und glaubwürdig zu präsentieren und dabei entsprechende Image-Messages intelligent zu platzieren ist das erste und wichtigste Kriterium für eine optimale Unternehmens-Außendarstellung. Auf diesem Fundament basieren alle nachfolgenden Werbe-, Marketing- und Vertriebshandlungen, zumindest dann wenn diese einen sehr hohen Erfolgsfaktor gewährleisten sollen.

Personalimage

Personalimage ist nicht nur lediglich die Vorstellung von der Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber (z.B. im Hinblick auf Qualität, Sicherheit, Gehaltsniveau, Unternehmenskultur, Führungsstil, Umgangsformen und Assessments), sondern insbesondere die Wirkung der Mitarbeiter auf Kunden und Geschäftspartner bzw. die Verbrauchervorstellung und das Verbrauchererlebnis im persönlichen, telefonischen, schriftlichen und elektronischen Mitarbeiterkontakt. (oft unlogischerweise als "Kundenimage" bezeichnet).

Personal branding

Beim Personal Branding geht es um personifizierte Marken - auch darum, sich zum Zwecke des besseren Selbstmarketings selbst zu einer Marke zu machen.

Warum man auf uns zählen kann? Weil unser Unternehmen mehr ist, als nur ein Business. Jede Person in unserem Team ist einzigartig – und wir alle teilen die gleichen Werte.

Reputation

Reputation (lat. reputatio „Erwägung“, „Berechnung“) ist eine Form der Meinungsbildung, bezeichnet den Ruf (Leumund) und bezieht sich auf Personen/Menschen, Gruppen und Organisationen (z.B. Unternehmen) gleichermaßen, im Prinzip auf alles, wovon sich Menschen eine Vorstellung machen und entsprechende Meinungen bilden, die sich auf andere Personen übertragen.  

Eine hohe Reputation wird mit einem guten Ruf bzw. einem hohen Ansehen und damit zugleich mit hoher Qualität gleichgesetzt. Eine hohe Reputation schafft Vertrauen und Glaubwürdigkeit, ebenso für Sympathien und die entsprechende Wertschätzung von Produkten, Dienstleistungen und Personen, wobei es sich stets um ein subjektives Gefühl bzw. eine Vorstellung handelt, die auf Meinungen und nicht auf überprüfbaren Erkenntnissen basiert.

Die Reputation (Ansehen, Ruf) eines Unternehmens ist ein wichtiger Erfolgs-Faktor, zählt zum immateriellen Vermögen von Unternehmen und ist damit Bestandteil des jeweiligen Unternehmenswertes. Schließlich spielt das öffentliche Ansehen über entsprechende Meinungsbilder und das Image eine bedeutende Rolle für den Umsatz und die Wertschätzung in Bezug auf das Preis-/Leistungsverhältnis.

Die Zufriedenheit der Kunden (und entsprechende Meinungen und Bewertungen) spielen eine herausragende Rolle. Eine gute Reputation schafft Vertrauen und hat somit einen positiven Einfluss auf das allgemeine sowie das abschlussorientierte Kaufverhalten. Negative Reputationen (hervorgerufen durch negative Berichterstattung, schlechte Kritik, Stimmen verärgerter Unternehmensgegner) hingegen, veranlassen Kunden, Unternehmen oder Personen zu hinterfragen oder aber unmittelbar bereits vom Ansatz her abzulehnen (Psychol. Primacy Effect / Effekt des Ersten Eindrucks). Eine ungünstige oder schlechte Reputation heißt daher: Aktiv handeln und sofort gegensteuern. Der Zeitfaktor spielt hierbei eine bedeutende Rolle.

Reputationen haben eine übertragende und stark "infizierende" Wirkung, die schnell große Kreise zieht und sich quasi "in Windeseile" auf unzählige Menschen und Personengruppen überträgt, ähnlich einer Grippe. Meinungsbilder und entsprechende Reputationen übertragen sich heute besonders stark, rasant und wirksam durch bzw. über das Internet.

Die Rolle digitaler soziale Medien bzw. Social Media Plattformen 

Digitale Soziale Medien bzw. Social Media Plattformen spielen hier eine bedeutende und immer stärkere Rolle. Sie haben eine herausragende Bedeutung für die Mund zu Mund Propaganda sowie entsprechende Reputationen und Meinungsbilder. Aktiv überwacht und intelligent gestaltet können digiale soziale Medien für Unternehmen sowohl eine Chance als auch einen Gewinn darstellen. Im Fokus stehen... 

... Erzeugen von Aufmerksamkeit für die Marke / das Produkt / 
    das Unternehmen / die Praxis / die Kanzlei / die Person

... Generierung möglichst positiver Online-Unterhaltungen 
    und einer entsprechend positive Reputation

... Analyse, Steuerung, Umsetzung und Optimierung der Reputation

... Rechtzeitige Feststellung negativer Reputation 
    und entsprechende Gegenmaßnahmen

Die Vorteile von digitalen sozialen Medien bergen zugleich mögliche Nachteile und können eine starke Gefahr darstellen:

... geringe Eintrittsbarrieren (geringe Kosten, einfache Zugänglichkeit...)
... Veröffentlichung und Verbreitung von Inhalten jeder Art
... höherer Echtzeitfaktor
... höhere Aktualität
... höhere Reichweite
... Benutzerfreundlichkeit und Multimedialität
... höhere Traffic-Frequenz
... Verlinkungs-Vorteile
... Suchmaschinen-Optimierung

 Der Nachteil von sozialen Medien...

...besteht zum einen in der Gefahr unkontrollierter negativer Reputationen, weiterhin im hohen Präzisions- und Pflegeaufwand. In so fern stellen die Vorteile von Social Media auch eine enorme Gefahr dar, zumindest dann, wenn man passiv bleibt und selbst nichs tut.

 Aktiv überwacht, richtig gesteuert und optimal gestaltet, stellen digitale soziale Medien für Unternehmen eine ideale Image,- Werbe-, Marketing und Kommunikationsplattform dar. Zusätzlich bietet Digital Social Media eine optimale Plattform für Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit bzw. Social Media Relations). Auch im Bereich der Medienbeobachtung für Marketing und PR gewinnt das "Social Media Monitoring" immer mehr an Bedeutung.

 Nicht überwacht, können digitale soziale Medien auch zu einem Desaster für ein jedes Unternehmen werden. Insbesondere Freiberufler werden durch negative Reputation ganz schnell vom Markt verdrängt. Daher gilt es, stets am Ball zu bleiben, was allerdings sehr arbeitsintensiv ist. Ein Unterlassen hieße jedoch, sich hilflos und völlig ungesteuert der breiten Öffentlichkeits-Meinung auszusetzen. 

 Daher gilt es, die relevanten Social Media Meinungsmärkte zu identifizieren, zu analysieren, zu überwachen, zu steuern und ggf. zu gestalten und zu optimieren. Auch ist es wichtig, negative Online Einträge auf lange Sicht von den Unternehmensseiten fernzuhalten und zudem vorbeugend zu handeln, also nicht erst im Fall der "negativen Verdrängung", sondern bereits im Vorfeld.